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Städtebauliches Konzept

Die Entwicklungsmaßnahme in Krampnitz ist ein einzigartiges Projekt, das nicht nur städtebaulich großes Potenzial birgt, sondern auch im Hinblick auf Lösungen in den Bereichen Mobilität und Energie wegweisend sein wird. Das 1939 als Kasernenanlage erbaute Gelände, für das die Stadtverordnetenversammlung der Landeshauptstadt Potsdam im Jahr 2013 eine Entwicklungssatzung beschloss, wird zu einem innovativen und urbanen Stadtquartier entwickelt, welches sich in seine besondere landschaftliche Umgebung – geprägt durch die Nähe zum Krampnitzsee, zum Fahrländer See sowie zur Döberitzer Heide – gut einfügen wird. Mit der Schaffung von sozialer Infrastruktur und Gewerbeflächen soll in Krampnitz eine Stadt der kurzen Wege entstehen. Die wohnungspolitische Bedeutung des Projektes ist nicht weniger groß: Aktuellen Bevölkerungsprognosen zufolge wird das starke Wachstum der Landeshauptstadt anhalten. Bis zum Jahr 2035 werden ca. 45.000 Menschen dazukommen und die Einwohnerzahl der Landeshauptstadt wird sich auf insgesamt 220.000 erhöhen. Die sich daraus ergebenden Herausforderungen werden mit Blick auf den angespannten Wohnungsmarkt in Potsdam bereits jetzt sichtbar. Krampnitz wird damit zu einem zentralen Baustein der integrierten Stadtentwicklungspolitik bis 2035.

Städtebaulicher Realisierungswettbewerb "Wohnen in Potsdam Krampnitz"

Zur Ergänzung des Denkmalbestandes auf dem rund 140 Hektar großen Gelände wurde im Jahr 2017 ein zweiphasiger offener städtebaulicher Realisierungswettbewerb ausgelobt. Angestrebt wurden verschiedene Entwürfe für das etwa 83 Hektar große Wettbewerbsgebiet, die für Krampnitz Entwicklungsszenarien zu einem lebendigen und grünen Stadtquartier für mindestens 7.000 Menschen und in einer zweiten Ausbaustufe für bis zu 10.000 Einwohner aufzeigen. Die naturräumliche Umgebung als ortsbildende Struktur sollte in den Plänen ebenso berücksichtigt werden wie die integrierte Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Gleichzeitig sollten Ideen für eine facettenreiche Nutzungsvielfalt entwickelt werden, nach denen Wohnraum durch Infrastruktur-, Einzelhandels- und Versorgungsangebote ergänzt wird.

Am 19. März 2018 kürte das Preisgericht in seiner Sitzung die drei besten Arbeiten und vergab eine Anerkennung. Die eingereichten Entwürfe überzeugten allesamt durch ihre hohe Qualität. Das Wettbewerbsergebnis ist eine hervorragende Grundlage, auf der Krampnitz zu einem zukunftsweisenden Projekt werden kann: Klimaneutralität, eine radfahrer- und fußgängerfreundliche Wegführung innerhalb des Quartiers, die umweltgerechte Anbindung des Stadtteils an das Zentrum Potsdams, die anderen Ortsteile und nach Berlin durch innovative Mobilitätsangebote sowie vielseitige Infrastrukturangebote vor Ort werden das ehemalige Kasernengelände als Quartier prägen. Krampnitz wird zu einem neuen und integrierten Stadtteil der Landeshauptstadt mit lebendigen Wohnquartieren, standortgerechten Freiflächen, sozialer Infrastruktur und Gewerbe- und Versorgungseinrichtungen werden und so künftigen Bewohnern eine hohe Aufenthalts- und Lebensqualität bieten.

1. Preis: „Stadt und Landschaft |Wildnis und Strenge“

Machleidt GmbH Städtebau + Stadtplanung, Berlin
(Benjamin Wille, Carsten Maerz, Ilja Haub, Maria Feil, Steffen Wörsdörfer, Lasse Schmalfuß, Caroline Arand)

mit Sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin
(A. W. Faust, Heyden Freitag, Mária Compl’ová, Anna Coppolecchia, Meruyert Syzdykova)

Beratung: SHP Ingenieure GbR, Hannover und performative architektur, Stuttgart

Beurteilung durch das Preisgericht

Das städtebauliche Konzept ermöglicht es ein Quartier mit eigener Identität zu schaffen: Dazu definiert es eine große Parkfläche im Innern, die den Baumbestand in Wert setzt und dem neuen Quartier eine starke Freiraum-Mitte gibt. Die Zentrierung wird durch die in einiger Entfernung von der grünen Mitte umrahmenden Bebauungsfelder verstärkt. Hier sorgen Blockrandtypologien für die nötige Dichte, bieten jeweils zur Allee hin an den richtigen Schnittstellen mit Nord-Süd-Durchwegungen Orte für Versorgungs- und Gemeinschaftseinrichtungen und zum Park hin gute Wohnqualitäten. Die Solitäre (Stadtvillen) im Park sind aus Gründen der baulichen Verdichtung zur Tramachse hin nachvollziehbar, überzeugen typologisch jedoch noch nicht. Besonders im Hinblick auf die Abgrenzung öffentlicher und privater Freiräume. In der Nord-Süd-Spange (Wäschereispange) am westlichen Ende des Parks sorgen öffentliche und private publikumsorientierte Nutzungen für einen das neue Quartier zusammenhaltenden zentralen Bereich, der an der Tramstraße einen angemessenen öffentlichen Raum erhält und nach Süden mit Schulhaus und Sportfeld einen gelungenen Übergang in die Landschaft bildet. Gleichzeitig bietet die Lage des Sportplatzes eine konfliktfreie Nutzung desselben. Die Baufeldzuschnitte der Quartiere Schau-ins-Land und Heide vermitteln zur angrenzenden Landschaft und grenzen das Gesamtquartier gleichzeitig überzeugend davon ab. Einige Freiraumnutzungen (z. B. Kleinspielflächen) greifen hier allerdings in den- Landschaftsschutzraum ein. Die Größe der Baufelder ermöglicht die visualisierte bauliche Entwicklung mit unterschiedlichen Typologien und sorgen entsprechend für eine robuste Grundstruktur für die Entwicklung. Dabei wird auf die sorgfältige Ausgestaltung und Nutzungsmöglichkeiten gemeinschaftlicher Freiflächen zu achten sein. Die Andeutung der Freiraumqualitäten zeigt die Notwendigkeiten aber auch die Möglichkeiten der Abgrenzung von privaten und öffentlichen Freiräumen auf. Das Management des Oberflächenwassers ist durch entsprechende Profile angedacht. Die Ideen zur CO2 neutralen Energienutzung müssen in geeignete städtebauliche und architektonische Regeln in die nächste Planungsstufe übersetzt werden. Die Umsetzbarkeit der Idee der mehrgeschossigen Parkhäuser im Rücken an strategischen Orten liegender Bauten ist mit dem Hinweis auf Mantelnutzungen noch nicht gegeben. Hier könnte die Anordnung von gewerblichen Nutzungen geprüft werden. Die Verkehrserschließung samt dem Prinzip der „Versickerung“ des Individualverkehrs zum Rand hin überzeugt. Für das dargestellte Mobilitätskonzept bestehen die räumlichen Möglichkeiten. Die Funktionsfähigkeit bzw. Größe der P+R Anlage ist zu überprüfen. Die erste Ausbaustufe kann plausibel in 3 Phasen erfolgen, wobei sich schon in der 1. Phase eine die wesentlichen Merkmale des neuen Quartiers entstehende Gesamtfigur  abbildet. Die zweite Ausbaustufe dient dann der Arrondierung des Gesamtquartiers.