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Block 27

Historische Situation

Das Häuserkarree zwischen der Charlotten-, Dortu-, Yorck- und Wilhelm-Staab-Straße gehört zur Ersten Barocken Stadterweiterung, die ab 1721 unter Friedrich Wilhelm I., dem sog. "Soldatenkönig", begonnen wurde. Die Stadterweiterung musste die sumpfige Niederung überwinden, die bis dahin einen natürlichen Schutz für den Altstadtbereich an der Landseite gebildet hatte. Aus der Not wurde eine Tugend. Der alte Grenzgraben wurde zu einer holländischen Gracht mit begleitenden Straßen, die sumpfigsten Stellen wurden als große grüne Plätze in der Stadterweiterung ausgespart. Alle Häuser wurden in einfacher Fachwerkkonstruktion errichtet. Die vornehmsten Häuser entstanden als schlichte preußische Stadtpaläste mit einem Mansarddach als Einzelgebäude am Stadtkanal.

Vorgeschichte

Von den Kriegszerstörungen des II. Weltkrieges war der sog. Block 27 im südlichen Bereich stark betroffen. Ab 1956 wurde nach intensiver Diskussion in vorbildlicher Weise und für Deutschland beispielhaft der Blockrand wieder aufgebaut. Dabei wurde auf einen städtebaulich historisierenden Gebäudetypus zurückgegriffen, der sich stark am Ortsbild orientiert, aber im Detail seine Zeit nicht verleugnet. Der gesamte Blockinnenbereich wurde allerdings von einer Konservenfabrik eingenommen, sowie von einer größeren Schlosserwerkstatt. Die Konservenfabrik stellte zur DDR-Zeit für den gesamten Ostblock Kindernahrung her. Der Standort wurde 1990 aufgegeben, die Schlosserwerkstatt in einen günstigeren Stadtbereich verlagert.

Entwicklungssatzung

1992 beschloss die Stadt Potsdam für diesen Bereich eine Entwicklungssatzung. Der Sanierungsträger Potsdam steuert als Entwicklungsträger die Maßnahmen in diesem drei Hektar großen Entwicklungsgebiet. Er formulierte in dem durch die Stadtverordnetenversammlung 1998 beschlossenen B-Plan die städtebaulichen Ziele, die vor allem die Instandsetzung des Blockrandes vorsehen, die Verdichtung des Blockinnenbereiches mit Wohnungsbau sowie die Sicherung zweier kulturell für die Gesamtstadt bedeutenden Vorhaben, der Spielstätte des Kabaretts in der Charlottenstraße 31 und des neuen Saals der Brandenburgischen Philharmonie mit 730 Plätzen als Ergänzung zum Ensemble des Nikolaisaales.

Ergebnisse

Der neue Nikolaisaal als städtischer Musiksaal nach dem Wettbewerbsentwurf des Architekten Rudy Ricciotti ist hier im Jahr 2000 eröffnet worden. Das Potsdamer Kabarett ist 1998 in seine neue Spielstätte eingezogen. Hier sind zwei Säle und weitere mulitfunktionale Räume nach dem Entwurf des Berliner Architekten Bernhard Strecker entstanden. Der große Saal hat 200 Plätze. Nach dem Bebauungsplan wurde der erste Teil des Wohnungsbaus bis zum Jahr 2000 realisiert. Hier sind nach dem Wettbewerbsentwurf des Münchner Architekten Otto Steidle 50 Wohnungen in Regie der städtischen Baugesellschaft GEWOBA im ersten und dritten Förderweg entstanden. Die Realisierung des zweiten Bauabschnittes im Blockinnern steht bevor. Hier entstehen Townhouses und Geschosswohnungen.