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Holländisches Viertel

Entstehung

Das Holländische Viertel entstand in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als besonderer Teil der barocken Planstadt. Friedrich Wilhelm I. hatte 1713 sein Leibregiment nach Potsdam verlegt. Die Soldaten wurden damals noch nicht in Kasernen, sondern in bürgerlichen Häusern untergebracht. Zahlreiche Häuser wurden deshalb auf königliche Kosten errichtet und zu günstigen Konditionen an einwandernde Handwerker vergeben. Es war sein Ziel, das durch die Kriege im 16. und 17. Jahrhundert entvölkerte Land wieder zu beleben und Menschen ins Land zu holen. Holländische Handwerker waren damals die begehrtesten.

 


Verfall der Bausubstanz

Das Holländische Viertel gehört zum Selbstverständnis einer holländischen Stadtanlage wie das Glockenspiel und der alte Stadtkanal nach dem Vorbild der holländischen Grachten. Im zweiten Weltkrieg wurde die Potsdamer Mitte zerstört, das Holländische Viertel blieb aber weitestgehend verschont. Es verfiel jedoch durch mangelnde Instandhaltung aufgrund einer verfehlten Baupolitik, die nur die industrielle Bauweise förderte. In den 1980er Jahren wurden auch 6 Häuser noch abgerissen. 1991 gab es einen Leerstand von über einem Drittel des Gebietes.

 

 

Sanierungssatzung

Die Stadtverordneten beschlossen 1992 eine Sanierungssatzung. Mit ihrer Hilfe konnte die wertvolle Bausubstanz erhalten werden. Auch die angestammte Bevölkerung bekam eine Zukunft im Viertel, da durch die Satzung Bodenspekulationen verhindert werden konnten. Wohnraum blieb dadurch bezahlbar. Heute wohnen wieder knapp 800 Menschen im Viertel. Über die Abschreibungsmöglichkeiten hinaus standen im Satzungsgebiet Fördermittel von Bund und Land zur Erreichung der Sanierungsziele zur Verfügung.

 

 

Behutsame Stadterneuerung

Nach ersten Schutzmaßnahmen konnte mit der umfassenden Erneuerung der Gebäude begonnen werden. Erschwert wurde die Sanierung durch vermögensrechtliche Ansprüche, die mehr als die Hälfte der Grundstücke zunächst blockierten. Inzwischen sind die straßenseitigen Häuser fast alle saniert und bewohnt. Neue Nutzungen wurden behutsam integriert. Der Durchgangsverkehr wurde an den Rand verlegt, Straßen und Plätze so neu gestaltet, dass sie zum Sitzen vor den Cafés einladen. Bis auf eine sind alle Baulücken im Sanierungsgebiet bebaut. Im Umfeld der französischen Kirche wird noch eine maßstabgetreue Bebauung entsprechend der 1987 abgerissenen Gebäude entstehen. Die Aufhebung der Satzung ist für 2013 vorgesehen. Die Sanierung des Holländischen Viertels war ein wichtiger Schritt auf dem erfolgreichen Weg der Stadt Potsdam.

 

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