Oktober – Holländisches Viertel

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Aufeinanderliegende Exemplare des Kalenders, auf unterschiedlichen Seiten aufgeklappt, liegen übereinander. Im Fokus liegt das Oktober-Motiv.

Oktober – Holländisches Viertel

Über einen Zeitraum von acht Jahren – 1734 bis 1742 – beauftragte Friedrich Wilhelm I. etliche holländische Handwerker, ein ganzes Viertel für seine Soldaten zu errichten. Johan Bouman leitete die Arbeiten. Heute ist ein in der Mittelstraße ansässiges Museum nach ihm benannt.

Cafés, Restaurants, Boutiquen, kleine Läden mit Kunsthandwerk – und das weltweit einzigartige Gebäudeensemble selbst – locken Besucher*innen an: Das Holländische Viertel ist einer der Tourismusmagnete Potsdams. Dabei wäre das Quartier aus rund 150 Backsteinhäusern im holländischen Stil beinahe dem Erdboden gleichgemacht worden. Zu DDR-Zeiten verfiel das Viertel fast vollständig. Es entstand eine Ruinenlandschaft und der Abriss drohte. Glücklicherweise konnte die politische Wende das verhindern: 1992 beschlossen die Stadtverordneten, das Viertel zu retten. Das Holländische Viertel wurde zum Sanierungsgebiet erklärt. Die Bewohner*innen konnten aufatmen, denn mit dem Beschluss wurden auch Bodenspekulationen ausgeschlossen. Um die kleinteiligen Häuser – unverputzt, mit weißen Fugen, hölzernen Läden und unterschiedlich gestalteten Giebeln – denkmalgerecht instand zu setzen, waren alle Beteiligten auf ein enges Miteinander angewiesen. Der Sanierungsträger erwies sich als zuverlässiger Partner für die Stadt und im gleichen Maße für die Anwohner*innen. Den authentischen Charakter verdankt das Viertel mit teils originalem Klinker und Pflaster dem Durchhaltevermögen – und der Leidenschaft – vieler engagierter Potsdamer*innen.

Schwarz-Weiß-Foto zeigt breite Kopfsteinpflasterstraße mit Blick auf die angrenzenden kleinen Häuser
Monochromes Gemälde einer Kreuzung, wo im Hintergrund Häuser und vorne Sitzgelegenheiten und ein Sonnenschirm zu sehen sind

Christian Heinze – Holländisches Viertel, Mittelstraße


Tusche auf Büttenaquarellpapier, 36 x 36 cm, 2021

Im Alter von 25 Jahren zog Christian Heinze 1966 von Dresden nach Potsdam. In Dresden hatte er an der Hochschule für Bildende Künste Malerei studiert. Heute wohnt und arbeitet er als freier Maler und Grafiker in der Berliner Vorstadt in unmittelbarer Nähe zum Heiligen See. Das Erleben der Jahreszeiten im Neuen Garten beeinflusst seit jeher sein künstlerisches Wirken. Hier spürt er den besonderen Bezug zwischen Landschaft, Architektur und Geschichte – und die Bedeutung des Menschen in seiner jeweiligen Zeit. Dieses Geflecht spiegelt er in seinen Radierungen und Zeichnungen. Geprägt ist Christian Heinze vor allem durch seine Kindheit und Jugend im zerstörten Dresden der Nachkriegszeit. Der Wiederaufbau, die Umformung der Stadt, später die Nachwendezeit in Potsdam: All das findet sich in seinen Motiven wieder. In einigen seiner Landschaftsdarstellungen erkennt man einen ähnlichen Bildaufbau wie bei Karl Hagemeister. Der berühmte Spätimpressionist aus Werder griff in zahlreichen Werken die wasserreiche Havellandschaft auf. Für Christian Heinze erfüllt sich seine Vorstellung von Kunst, wenn sich jemand für ein Bild aus seinem OEuvre entscheidet, es an die Wand hängt und das Werk so Teil dieses Lebens werden kann. Bei dem hier gezeigten Motiv des Holländischen Viertels entschied sich Christian Heinze für eine Zeichnung. Er arbeitete sowohl vor Ort als auch in seinem Atelier.


www.atelier-heinze.de