Gegen den Trend

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Blauer Fond mit weißer Strichgrafik, die typische Potsdamer Gebäude zeigt

Gegen den Trend – ProPotsdam baut weiter

Das wohnungspolitische Konzept der Landeshauptstadt Potsdam sieht einen kommunalen Wohnungsanteil von 20 Prozent vor. Daher soll die ProPotsdam in der wachsenden Landeshauptstadt weiter dringend benötigten Wohnraum schaffen. Ganz gegen den Trend wird die ProPotsdam weiter bauen: Aktuell sind 1.000 Wohnungen im ganzen Stadtgebiet in der Pipeline. Bis 2027 wird die ProPotsdam 2.500 Wohnungen neu gebaut haben.

Um den Bau von bezahlbarem Wohnraum zu stemmen, benötigt die ProPotsdam ausreichende finanzielle Mittel, wofür Kredite aufzunehmen sind. Für die Kreditvergabe fordern sowohl Banken als auch der Fördermittelgeber im sozialen Wohnungsneubau den Einsatz eigener Mittel zur Mitfinanzierung. Fehlen diese Eigenmittel finanziert weder die Bank noch der Fördermittelgeber das Vorhaben. Es würde dann nicht realisiert.

Das Klimaschutzkonzept der Landeshauptstadt Potsdam sieht für den Gebäudebestand höhere energetische Standards vor, um CO2-Emissionen zu reduzieren. Insbesondere unsanierte Altbauten gehören zu den Gebäuden mit der schlechtesten Energieeffizienz. Für die energetische und denkmalgerechte Sanierung von unsanierten Altbauten sind hohe Investitionen erforderlich, die hohe Kreditaufnahmen erfordern. Zur Refinanzierung der Kredite müssten die Mieteinnahmen jedoch stark ansteigen, was mietrechtlich nicht zulässig ist. Im Ergebnis lassen sich diese Altbausanierungen nicht finanzieren und damit nicht durchführen.

Zugleich kann der Verkauf sanierungsbedürftiger Objekte die ProPotsdam von hohen Sanierungskosten entlasten. Zudem entzieht der Einsatz von Eigenmitteln bei derartigen Sanierungen den geplanten Neubauvorhaben die dort benötigten Eigenmittel. Im Ergebnis gestattet die Veräußerung einer sanierungsbedürftigen Altbauwohnung den Neubau von circa vier bis fünf Sozialwohnungen und damit eine zielgerichtetere Versorgung WBS-Berechtigter im Sinne der sozialen Wohnungswirtschaft. Geplant sind nur Verkäufe von Beständen, die sanierungsbedürftig sind, die Denkmalschutzauflagen und wenige Wohneinheiten haben. Plattenbauten sind kein Bestandteil der Verkaufsplanung.

Für die Veräußerung bedarf es Gremienbeschlüsse; auch für die Art der Vergabe bedarf es Abstimmungen mit den zuständigen Gremien. Konzeptvergaben mit Kriterien wie Nutzungskonzept, Nachhaltigkeitskonzept und Nutzerprivilegien (Mietpreisbindung, Kündigungsausschlüsse, Umlagenkappungen, Selbstnutzungen) oder auch Gespräche mit Genossenschaften sind auf jeden Fall denkbar.

Die ProPotsdam ist sich ihrer sozialen Verantwortung gegenüber Mieter*innen bewusst. Auch aus diesem Grund wird die ProPotsdam vor Beginn möglicher Verkaufsaktivitäten die gegebenenfalls betroffenen Bestandsmieter*innen zu Gesprächen einladen, um deren Interessen zu erfassen. Dies schließt Beratungsangebote über den gesetzlichen Mieterschutz, Möglichkeiten des Wohnungswechsels innerhalb des ProPotsdam-Wohnungsbestandes oder die Mieterprivatisierung mit ein.

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