Juli – Stadtkanal in der Yorkstraße

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Aufeinanderliegende Exemplare des Kalenders, auf unterschiedlichen Seiten aufgeklappt, liegen übereinander. Im Fokus liegt das Juli-Motiv.

Juli – Stadtkanal in der Yorkstraße

Einst war der Stadtkanal mit seinen zahlreichen Brücken charakteristisches Element der barocken Potsdamer Stadtmitte. Friedrich Wilhelm I. ließ 1722 den alten Entwässerungsgraben zu einem Kanal nach holländischem Vorbild umbauen. Damit verlieh er Potsdam ein besonderes Flair. Später sorgte Friedrich II. für die repräsentativen Fassaden am Kanalufer und die steinernen Einfassungen und Brücken mit Skulpturenschmuck. Nach dem Krieg wurde die Gracht mit dem Trümmerschutt der Häuser befüllt, allerlei Unrat sammelte sich in dem stehenden Gewässer und sorgte für einen unangenehmen Geruch. Da das Geld für eine notwendige Instandsetzung fehlte, wurde der Kanal in den 1960er Jahren vollständig zugeschüttet und mit Verkehrsflächen überbaut.

Schwarz-Weiß-Foto eines Stadtkanals ohne Wasser umsäumt von zwei Alleestraßen

Noch heute liegt das alte Kanalbett als Bodendenkmal im Verborgenen unter den Fahrbahnen und Parkplätzen von Hoffbauerstraße, Dortustraße und Straße am Kanal. Ein erstes Teilstück wurde anlässlich der Bundesgartenschau 2001 in der Yorckstraße wieder freigelegt – ohne Wasser darin. Dank vieler Spenden konnte die östliche Havelmündung mit Anschluss an das Gewässer am ehemaligen Kellertor zwischen 2007 und 2012 wiederhergestellt werden. Seit 2019 nimmt sich die Stadt Potsdam wieder der aufwendigen Aufgabe zur Wiederherstellung des Stadtkanals an und führt das Projekt aus dem Stillstand heraus. Vorrangig sollen die Verkehrsflächen im Verlauf des ehemaligen Stadtkanals neugestaltet und so die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt gestärkt werden. Stark vom Verkehr dominierte Achsen sollen sich in belebte Stadträume wandeln. Der „Förderverein für die Wiederherstellung des Stadtkanals in Potsdam e.V.“ und der „Bauverein Potsdamer Stadtkanal von 1722 e.V.“ unterstützen das Projekt durch bürgerschaftliches Engagement und Spenden.

Künstler

Menno Veldhuis – Alter Stadtkanal


Knetmasse, Zementfarbe, Karton, Papier und Acrylfarbe auf Holz, 22,5 x 22,5 x 3,3 cm, 2021

Seit 2004 wohnt und arbeitet der gebürtige Niederländer Menno Veldhuis in Potsdam. Hier beschäftigte er sich mit kulturhistorischen Aspekten von Potsdam als ehemalige Garnisonstadt. Es folgten Fenstermotive als Sinnbilder für Ein- und Ausblicke sowie verschiedene Foto- und Gemäldeserien. Immer wieder setzt er sich mit Fragen der Identität auseinander, präsentiert sich in Gruppenausstellungen und wird regelmäßig auch in Einzelausstellungen gezeigt. Sein Atelier befindet sich im Kunst- und Kreativhaus Rechenzentrum. Während seines Stipendiums im Künstlerdorf Schöppingen 2019 verzichtete er auf menschliche Figuren in seinen Darstellungen. Seine dort entstandenen naturbezogenen Landschaften in Acryl auf Sperrholz zeigen figürlich vor allem Engelsskulpturen – mit diesen sehr zügig geschaffenen Werken kämpfte sich Menno Veldhuis nach seinem Schlaganfall zurück in eine neue schöpferische Kraft.


www.menno-art.de
 

Das Gemälde von Menno Veldhuis zeigt den alten Stadtkanal in der Yorkstraße

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