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Historie

 

Im Jahre 1939 wurde die Kaserne als "Heeres Reit- und Fahrschule und Kavallerieschule" in Betrieb genommen. Der Bau der Kaserne wurde von der Wehrmacht ab Mitte der 1930er Jahre geplant. Das Vorhaben war eine Erweiterung des großen Reichswehr-Standortes Spandau/Döberitz/Gatow/Potsdam, in dem sich zahlreiche Kasernen und Übungsplätze befanden, insbesondere der 1895 gegründete Truppenübungsplatz Döberitz, der Mitte der 1930er Jahre eine Größe von 50 Quadratkilometern erreicht hatte.

Die Reit- und Fahrschule bestand als traditionelles Institut seit 1866 in Hannover und wurde nach Krampnitz verlagert. In der Reit- und Fahrschule wurden Reitpferde für Offiziere zugeritten sowie Offiziere und Unteroffiziere aus vielen Heeresbereichen im Reiten und Führen von Gespannen ausgebildet. Trotz stark ansteigender Motorisierung waren z. B. bei Kriegsbeginn 573.000 Pferde im Bestand der Wehrmacht, was den Bedarf an einer solchen Einrichtung erklärt. In der Kavallerieschule fand eine Ausbildung in technisch orientierter Kriegsführung und Aufklärung statt, die Fahrräder, Motorräder, Kfz und später Schützen- und Spähpanzer nutzte. Die Kaserne hatte also militärisch und baulich ein Doppelgesicht und markiert den Übergang der Kriegsführung vom Pferd zum Motor. Die Kavallerie-Tradition zog viele adlige Offiziere an, war auch ein Aushängeschild der Wehrmacht und wurde gepflegt: Viele der Sportreiter bei Wettkämpfen dieser Zeit kamen aus Krampnitz. So wurde vor diesem Hintergrund keine "normale" Kaserne geplant, sondern eine Anlage, die traditionsverpflichtet, aber trotzdem modern sein sollte und auch als internes und externes Aushängeschild dienen konnte. Als Architekt war Robert Kisch (1897-1977) verpflichtet worden.

Von 1945 bis 1991 waren die in der DDR stationierten sowjetischen Streitkräfte in Krampnitz angesiedelt, später Westgruppe der Truppen (WGT) genannt. Zu dieser Zeit wuchs die Anlage zur Größe einer mittleren Kleinstadt mit eigener Infrastruktur heran.

Die ersten Truppenteile verließen die Kaserne 1989 im Zuge der Perestroika-Politik. Die Gesamtaufgabe der Kaserne durch die WGT erfolgte Ende 1991. Seitdem steht die Kaserne leer. Der fortschreitende Verfall des Areals gebietet unverzügliches Handeln zum Schutz der bedrohten baulichen Substanz. Die zivile Nachnutzung des ehemaligen Kasernenareals und die Aktivierung von Flächen in dessen unmittelbarem Zusammenhang bietet zum einen die Möglichkeit einer nachhaltigen, den Neuversiegelungsgrad reduzierenden und damit ressourcenschonenden Stadtentwicklung. Zum anderen stellt die Gesamtanlage ein bedeutendes kulturgeschichtliches Ensemble dar, dessen seit 2008 unter Denkmalschutz gestellter Bestand im Zuge der Entwicklungsmaßnahme gesichert werden soll.

Erst die Umgestaltung des Geländes eröffnet die Möglichkeit, seinen kulturhistorischen Wert zu bewahren. Die ehemalige Kaserne mit Rücksicht auf ihr historisches Erbe neu zu denken, ist eine Herausforderung und zugleich die Chance, eine Vision für zeitgemäßes Wohnen in Gemeinschaft zu verwirklichen.