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Werder

Die Stadt Werder (Havel) - entstanden aus einer Insel

Werder heißt bekanntlich Insel. Hier war es tatsächlich die Insel, aus der im Laufe der beiden vergangenen Jahrhunderte die Stadt erwuchs. Im Mittelalter gab die Insel den Bewohnern Schutz vor Angreifern und Plünderern. Ihr Acker- und Weideland befand sich auf dem Festland.

Seit 1670 verband eine Zugbrücke über die Föhse, den schmalen Havelarm, die Insel mit dem Westufer. Die frühesten Siedlungsfunde auf der Insel sind aus spätgermanischer und frühslawischer Zeit. Fischfang und Ackerbau, speziell aber Weinbau und auch schon der Handel auf dem Markt ernährten die wenigen hundert Insulaner. Mitte des 18. Jahrhunderts wohnten rund 1000 Bürger in 176 bescheidenen Lehmfachwerkhäusern.

Der damalige Grundriss der Inselstadt ist in seiner Struktur bis heute erhalten geblieben und macht zusammen mit der idyllischen Lage ihren Charme aus. Die nördliche Hälfte, die man über die Inselbrücke zuerst erreicht, wurde nach einem verheerenden Stadtbrand nach 1540 in linearer Führung der Straßenzüge um einen übergroßen rechteckigen Marktplatz angelegt. Die ältere südliche Hälfte um Kirche, Mühle und Rathaus besticht durch das dörfliche Flair ihrer verwinkelten Gassen.

Im 19. Jahrhundert verdrängte der Obstbau nahezu vollständig den Weinbau. Die Ziegelproduktion aus heimischem Rohstoff für Berlin und ein florierendes Braugewerbe ließen die Stadt entlang des Westufers expandieren. Die Straße „Unter den Linden“ entwickelte sich zu einer eleganten Ladenstraße. Von hier aus gehen sternförmig Straßen ab, an denen die von der Insel abgewanderten Obstzüchter ihre neuen Häuser errichteten. Etwa 500 Obstzüchter versorgten per Schiff und Bahn den Berliner Markt. Die Bahn brachte Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Tagestouristen aus Berlin, die großen Höhengaststätten entstanden.

Heute ist die Bismarckhöhe restauriert und viele Restaurants und Geschäfte machen den Aufenthalt auf der Insel und in der Vorstadt angenehm.

 

Schritt für Schritt“ - behutsame Stadterneuerung in Werder (Havel)

Seit 1993 ist die Innenstadt von Werder (Havel) durch Ortssatzung als Sanierungsgebiet festgelegt. Zum Sanierungsgebiet gehören sowohl die malerische Inselstadt, deren städtebauliches Konzept im Wesentlichen im 17. Jahrhundert entstanden ist, als auch das Geschäftszentrum in der gründerzeitlichen Vorstadt auf dem Festland.

Der mit der Sanierung eingeleitete Entwicklungsprozess wurde von Beginn an so gesteuert, dass er aktiv von den Bürgerinnen und Bürgern mitgestaltet werden kann. Das heißt, alle wichtigen Prozesse bei der Vorbereitung und Durchführung von Planungen sind öffentlich und für die Bewohner einsehbar. Private Baumaßnahmen werden vor Ort mit dem Bauherrn und den Planungsbeteiligten besprochen und so abgestimmt, dass die gesetzlichen Auflagen aus Denkmalschutz und Gestaltungssatzung erfüllt und oft mit einem öffentlichen Zuschuss unterstützt werden können.

Intensive Bauberatungen und der gezielte Einsatz von Fördermitteln haben zu einer hohen Qualität bei der Stadterneuerung geführt, so dass die Stadt Werder (Havel) 1997 in die „Arbeitsgemeinschaft der Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg aufgenommen wurde

Voraussichtlich im Jahr 2019 soll die Sanierung vollständig abgeschlossen werden. Bis dahin bleibt noch einiges zu tun. Der Erfolg der Entwicklung der Stadt Werder (Havel) zeigt, dass das zu Beginn der Sanierung formulierte Leitmotiv Früchte getragen und nach wie vor Bestand hat: „Viele kleine Schritte fördern; für die Menschen, ihre Häuser, ihre Stadt“.