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Zweite barocke Stadterweiterung

Die barocken Stadterweiterungen

Die barocken Stadterweiterungen entstand unter dem sog. Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., der im Jahr 1713 sein Leibregiment nach Potsdam verlegte und die Stadt als Immediatstadt selbst entwickelte. Die Soldaten wurden damals in Bürgerhäusern untergebracht, so dass Militär und Bürgerschaft gleichzeitig wuchsen. Friedrich Wilhelm I. betrieb zudem eine Siedlungspolitik, die nach der Entvölkerung durch die großen Kriege im 16. und 17. Jahrhundert darauf zielte, Menschen ins Land zu holen. Insbesondere ging es ihm darum, die Handwerkerschaft zu stärken, um Preußen von Importen unabhängig zu machen. Dazu wurden Häuser auf königliche Kosten errichtet und zu günstigen Konditionen vergeben. Auf die erste Stadterweiterung von 1722 folgte im Jahr 1733 bereits die zweite. Innerhalb von neun Jahren wurden etwa 600 Häuser errichtet. In nur zwei Jahrzehnten entstand eine barocke Planstadt.

 

Nach 1945

Als 1945 ein großer Teil der Potsdamer Altstadt zerstört wurde, blieb die zweite barocke Stadterweiterung weitestgehend verschont. Sie verfiel jedoch durch unterlassene Instandhaltung aufgrund einer verfehlten Baupolitik, die lediglich auf die industrielle Bauweise setzte. Erste Sanierungsansätze in den 1980er Jahren konnten den Verfall nicht aufhalten. Die Folge war Leerstand, ganze Häuserzeilen wurden abgerissen, wogegen sich jedoch Widerstand regte. Noch vor der Wende im Oktober 1989 wurde durch engagierte Bürgerinitiativen ein Abrissstopp erwirkt.

 

 

Ausweisung als Sanierungsgebiet

Schon im Frühjahr 1990 beauftragten die Stadtverordneten die Verwaltung vorbereitende Untersuchungen für die Ausweisung eines Sanierungsgebietes zu veranlassen. 1993 beschloss die Stadtverordnetenversammlung eine Sanierungssatzung, wodurch die Förderung mit Landes- und Bundesmitteln möglich wurde. Ziel der Erneuerung war, die hochwertige städtebauliche Struktur in den historischen Karrees mit den barocken Randgebäuden und der überwiegend gründerzeitlichen Verdichtung zu bewahren und zu entwickeln. Dabei sollte die Mischung aus Bewohnern, Gewerbetreibenden, Kunden und Besuchern erhalten bleiben.

 

 

Bewahren der historischen Substanz

Bei der Sanierung wurden nicht nur die barocken Typenhäuser, sondern auch die Hofbebauung unbedingt bewahrt. Die Blockinnenbereiche bilden wieder ein Netz von kleinen Höfen, die den Bewohnern Ruheinseln in der umgebenden Geschäftigkeit sind. Jeder Hof behielt seinen eigenen Charakter. Große Einzelhändler wie Karstadt wurden behutsam in die bestehende Struktur integriert.

 

Der öffentliche Raum

Verkehrsführungen wurden verändert und Stellplatzanlagen für Autos geschaffen. An den alten Stadttoren entstanden Plätze, die durch eine Stadttorpromenade verbunden werden. Fast alle Straßen wurden neu gepflastert, wobei alte Pflastersteine wiederverwendet wurden. Gehwege mit Bernburger Mosaikpflaster erhielten mittig Granitplatten nach historischem Vorbild und für einen guten Gehkomfort. Zahlreiche Bäume wurden neu gepflanzt. Heute flaniert man wieder gern über die Märkte oder sitzt vor den Cafés unter schattigen Bäumen.