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Aus der EINSVIER: Vom Abenteuer zum gestandenen Unternehmen

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Aus der EINSVIER: Vom Abenteuer zum gestandenen Unternehmen

Vom Abenteuer zum gestandenen Unternehmen

Am 6. September 1990 wird aus dem VEB Gebäudewirtschaft Potsdam die GEWOBA, die Gemeinnützige Wohn- und Baugesellschaft Potsdam mbH. 330 Mitarbeiter kümmern sich um 33.500 Wohnungen, davon sind mehr als die Hälfte instandsetzungsbedürftig, 1.800 unbewohnbar. Die durchschnittliche Miete pro Quadratmeter beträgt 98 Pfennige, während die Kosten bei 8,20 DM liegen. Die GEWOBA war alles andere als ein Unternehmen mit sicherer Zukunft, eher eine abenteuerliche Unternehmung mit ungewissen Ausgang. EINSVIER sprach mit ehemaligen und aktuellen Mitarbeiter der ProPotsdam, die berichten, wie aus einem von der Pleite bedrohten Verwalter von baufälliger Wohnsubstanz ein maßgeblicher Motor für eine dynamische Stadtentwicklung werden konnte.

Die Zeit der kleinen Siege

Die GEWOBA steckt in einem mehrfachen Dilemma: Einerseits ein nach Instandsetzung geradezu schreiender Bestand mit Bewohnern, die auf Verbesserungen hoffen, auf der anderen Seite fehlt das Geld. Die Mieten verharren auf Ost-Niveau, während sich die Baukosten an Westhöhen orientieren. Ein landesweites Problem: Im März 1991 erklärt die Brandenburger Staatskanzlei, dass sie die „vor dem Ruin stehenden Wohnungsgesellschaften“ subventionieren müsse. Michael Jakobs, der Anfang 1992 aus Schöneberg zur GEWOBA kommt, erinnert sich an wöchentliche Runden, bei denen obligatorisch diskutiert wurde, ob das Unternehmen  kommende Woche noch zahlungsfähig wäre: „Das war weder mit Angst noch mit Panik besetzt. Das war einfach so, vermutlich im ganzen Land.“

Die Potsdamer warten ungeduldig auf Veränderung. Mit eiligen aufgelegten Notprogrammen sichert die GEWOBA brüchige Dächer und erneuert hunderte Schornsteine. Es ist die Zeit der kleinen Siege: 2.000 Wohnungen seien nun wieder gefahrlos zu beheizen, heißt es vor dem Winter 1992. Ein Sofortprogramm für Fenster folgt. „Das ging alles sehr schleppend voran“, erinnert sich Jakobs. „Alle wollten schnell die blühenden Landschaften, aber dafür war einfach kein Geld da.“

Im Juni 1992 tritt eine Richtlinie zur Wohnungsbauförderung des Landes in Kraft. Kurz darauf stellt die GEWOBA ihr erstes großes Sanierungspaket vor: An insgesamt 1.025 Wohnungen sollen in den nächsten Monaten Modernisierungen beginnen: Für Altbauten, Hochhäuser und gerade erst errichtete Plattenbauten wolle man 70 Millionen DM einsetzen.

Mehr als 20 Jahre stritt man, ob die Wohngebäude Am Brauhausberg der ProPotsdam gehören. Nun wurden sie saniert.

Ein kräftiger Schub

Neuen Schwung bekommt die Bautätigkeit mit Potsdams Bewerbung um die Bundesgartenschau 2001: Die GEWOBA und fünf Genossenschaften gründen den „Arbeitskreis StadtSpuren“ und verabreden 1997 ein gemeinsames Vorgehen bei der Sanierung von elf Wohnstandorten. Ganze Wohngebiete wie Zentrum Ost und Südliche Innenstadt werden von den StadtSpuren-Unternehmen saniert. Die GEWOBA steuert zusätzlich die Erneuerung ihrer Wohnungen in der Leipziger, in der Zeppelin- und der Dortustraße bei. Am Ende der gemeinsamen Aktion haben die Unternehmen zusammen rund 700 Millionen DM investiert, 7.500 Wohnungen saniert und 700 neu gebaut – ein kräftiger Schub für die Entwicklung der Stadt. Endlich verändert sie sich sichtbar, endlich verbessern sich die Wohnverhältnisse.

Elvira Götze-Albrecht (li.), ProPotsdam-Projektleiterin, und Bianca Künkel, ProPotsdam-Personalleiterin

Auch die Stimmung in der Stadt wandelt sich. Die Hauptstadt der Jammer-Ossis, wie das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL Potsdam nannte, ist in Bewegung gekommen: Im Bornstedter Feld entstehen neue Wohnungen und der Volkspark, der Lustgarten wird rekonstruiert, in der Innenstadt kommen die Sanierungen voran und die Bundesgartenschau wird ein voller Erfolg. „Zur selben Zeit wandten wir uns stärker den Mietern zu“, erinnert sich Elvira Götze-Albrecht, die seit 1981 in verschiedenen Positionen in der GEWOBA tätig ist. „Mit der Einführung eines neuen IT-System wurden alle Arbeitsabläufe kritisch hinterfragt und neu geregelt. Es ging mehr als vorher um den Kunden und unsere Leistungen für ihn.“ Fortan bietet das Unternehmen mehr Dienstleistungen an, sie sichert die telefonische Erreichbarkeit rund um die Uhr, ist mit mobilen Mitarbeitern und Servicestellen in den Wohngebieten präsent. Ein ganzes Paket an Mietangeboten, etwa für  Studenten, Wohngemeinschaften und Familien mit Kindern wird geschnürt.

Den kompletten Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der EINSVIER.

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