Klimaschutz der ProPotsdam
ProPotsdam beteiligt sich aktiv an der Umsetzung des „Masterplans 100 % Klimaschutz“ der Landeshauptstadt Potsdam. Im Mittelpunkt stehen die Verringerung der Treibhausgasemissionen des Wohnungsbestandes, die Weiterentwicklung der Energieversorgung sowie die Sicherung bezahlbaren Wohnraums.
Dafür setzt ProPotsdam auf energetische Sanierungen, den Ausbau erneuerbarer Energien, die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung und die Entwicklung klimagerechter Quartiere. Die Maßnahmen werden unter Berücksichtigung ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Aspekte umgesetzt.
Die Umsetzung erfolgt entlang eines langfristigen Klimapfades, dessen Fortschritte regelmäßig bewertet und dokumentiert werden. Die geplanten Maßnahmen und Zielwerte werden im ESG-Bericht dargestellt.
Klimaschutz und Gebäudemanagement
Die Reduktion von Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor zählt zu den zentralen Aufgaben der kommenden Jahre. Die Stadtverordnetenversammlung der Landeshauptstadt Potsdam hat bereits Ende 2018 den Aktionsplan „Masterplan 100 % Klimaschutz“ beschlossen, um kommunale Maßnahmen zu entwickeln und zu steuern.
Die ProPotsdam beteiligt sich an der Umsetzung dieses Aktionsplans und leistet insbesondere im Handlungsfeld „Gebäude“ Beiträge zur Reduktion von Treibhausgasemissionen. Hierzu werden Maßnahmen zur energetischen Modernisierung des Gebäudebestandes, zur Weiterentwicklung der Wärmeversorgung sowie zur Umsetzung von Quartierskonzepten verfolgt.
Bei der Planung und Umsetzung dieser Maßnahmen berücksichtigt die ProPotsdam sowohl klimapolitische Anforderungen als auch die Bezahlbarkeit des Wohnens. Ziel ist es, den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen des Gebäudebestandes schrittweise zu reduzieren und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten zu sichern.
Bisherige Erfolge im Bereich Klimaschutz und Dekarbonisierung
Rund 85 % der bewirtschafteten Wohnungen wurden bereits voll- oder teilsaniert. Die damit verbundenen Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz haben dazu beigetragen, die gebäudebezogenen CO₂-Emissionen gegenüber dem Jahr 1990 um mehr als 80 % zu reduzieren.

Balkendiagramm zur Entwicklung der CO₂-Emissionen von 1990 bis 2020 bei ProPotsdam. Die CO₂-Emissionen wurden von 148.876 Tonnen im Jahr 1990 auf 26.470 Tonnen im Jahr 2020 gesenkt – eine Reduktion um insgesamt 82 %. Die spezifischen CO₂-Emissionen pro Wohneinheit sanken dabei von 8,71 auf 1,50 Tonnen CO₂ pro Jahr. Dargestellt sind drei Reduktionsschritte: 1. 1996: Umstellung der Fernwärme von Kohle auf Gas durch EWP (–51 %) 2. Sanierung und zentrale Heizungssysteme (–32 %) 3. Bezug von 2 % Ökostrom der EWP (zusätzliche Einsparung) Die Werte sind bereinigt um Flächenänderung und enthalten CO₂-Äquivalente inklusive Vorkette.
Klimaschutz und Gebäudebestand
Die Klimaschutzmaßnahmen der ProPotsdam umfassen sowohl den Gebäudebestand als auch Neubauvorhaben. Grundlage der Planungen sind die jeweils geltenden Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG).
Bei Sanierungen und Modernisierungen des Bestandes wird der Energiebedarf der Gebäude schrittweise reduziert. Die im aktuellen Bauprogramm vorgesehenen energetischen Zielwerte liegen bei Sanierungen rund 30 % unter den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes.
Auch bei Neubauvorhaben werden energetische Standards umgesetzt, die über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen. Die geplanten Neubauten der ProPotsdam unterschreiten die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes um rund 30 %.
Klimaschutz für die Energieversorgung
Die ProPotsdam hat den Anteil der Fernwärmeversorgung im Gebäudebestand stetig ausgebaut. In dafür geeigneten Gebäuden wurde in den vergangenen Jahren die Wärmeversorgung schrittweise von Ofenheizungen und dezentralen Gasetagenheizungen auf Fernwärme umgestellt. Heute werden rund 89 % der Mietfläche mit Fernwärme versorgt. Darüber hinaus wurden Projekte zur Umrüstung der Wärmeversorgung auf Wärmepumpen realisiert. Zusätzlich wurden Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung sowie Solarthermieanlagen zur Wärmeerzeugung auf den Dächern der ProPotsdam installiert.
Die weitere Reduktion der Treibhausgasemissionen im Gebäudebestand ist eng mit der Entwicklung der Fernwärmeversorgung verbunden. Die ProPotsdam arbeitet hierzu mit dem Fernwärmeversorger an der schrittweisen Reduktion der emissionsbedingten Auswirkungen der Wärmeversorgung. Die Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) setzt hierfür Maßnahmen zum Ausbau erneuerbarer Energien in der Wärmeversorgung um.
Zum Ausbau der Eigenstromerzeugung errichtet die ProPotsdam gemeinsam mit Partnerunternehmen Photovoltaikanlagen auf geeigneten Dachflächen. Ende 2025 befanden sich 19 Photovoltaikanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 511,14 kWp im Bestand. Der dort erzeugte Strom wird unter anderem für Mieterstromangebote genutzt.
Ausgewogenheit zwischen Klimaschutz und bezahlbarem Wohnen
Bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen im Gebäudebestand berücksichtigt die ProPotsdam auch die Auswirkungen auf die Wohnkosten ihrer Mieterinnen und Mieter. Ziel ist es, Energieeffizienz und Klimaschutzmaßnahmen mit der langfristigen Bezahlbarkeit des Wohnens in Einklang zu bringen.
Zur Finanzierung energetischer Modernisierungen werden verfügbare Förderprogramme genutzt. Dadurch können Investitionen in den Gebäudebestand unterstützt und zugleich die Belastungen für die Mieterschaft begrenzt werden. So soll Wohnraum auch künftig für breite Bevölkerungsschichten in Potsdam bezahlbar bleiben.
Quartierskonzepte
Die ProPotsdam betrachtet bei der Entwicklung ihrer Bestände nicht nur einzelne Gebäude, sondern ganze Stadtquartiere. Im Rahmen des Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes der Gartenstadt Drewitz wurden Maßnahmen für Gebäude, Energieversorgung und Mobilität entwickelt. Dabei werden sowohl die Energieeffizienz des Gebäudebestandes als auch Mobilitätsangebote im Quartier berücksichtigt.
Im Quartier Drewitz hat die ProPotsdam die Parkraumbewirtschaftung für das gesamte Quartier übernommen. Ziel der Quartiersentwicklung ist die schrittweise Umsetzung des Gesamtkonzepts der „Gartenstadt Drewitz“ . Dazu gehört die Reduktion energiebedingter Treibhausgasemissionen durch energetische Modernisierung von Gebäuden, der Ausbau klimafreundlicher Energieversorgung durch die Nutzung emissionsarmer Fernwärme und die Stromerzeugung über PV-Anlagen, die Förderung alternativer Mobilitätsangebote sowie die integrierte Entwicklung des Quartiers.
Für den Gebäudeneubau setzt die ProPotsdam auf energieeffiziente Baustandards. In Neubauquartieren entwickelt die ProPotsdam Mobilitätskonzepte mit Mobilitätsstationen, Fahrradabstellanlagen für Fahrräder, E-Bikes und Lastenräder sowie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Ziel ist es, die Nutzung alternativer Mobilitätsangebote im Quartier zu unterstützen.
Übersicht der Maßnahmen der ProPotsdam zur Reduktion der CO2-Emissionen

Das Schaubild zeigt Maßnahmen zur CO₂-Reduktion im Rahmen integrierter Quartierskonzepte. Die Grafik ist in drei Ebenen unterteilt: Obere Ebene (grün): Maßnahmen zur Dekarbonisierung der Energieversorgung: - Umstellung von Gas auf Fernwärme - Heizsysteme für Nahwärmenetze - Nutzung von Solarenergie auf Dächern (Neubau & Sanierung) - Einsatz von Ökostrom (Betriebsstrom, PV-Mieterstrom) Mittlere Ebene (türkis): Zentrales Element „Integrierte Quartierskonzepte“ mit Symbolen für Energie, Verkehr und Mobilität. Untere Ebene (blau): Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs: - Neubau: z. B. Bornstedter Feld, Heinrich Mann Allee - Sanierung: z. B. Drewitz, Am Schlaatz, Waldstadt I+II, Potsdam West - Gebäudetechnik: z. B. GLT-Ausbau und Energiemonitoring - Energieeffizienz: z. B. Beratung für Mieter, Optimierung der Rücklauftemperatur in Fernwärmesystemen Alle Maßnahmen tragen gemeinsam zur Reduktion der CO₂-Emissionen in Quartieren bei.
Die Maßnahmen der ProPotsdam verfolgen das Ziel, die Treibhausgasemissionen des Gebäudebestandes schrittweise zu reduzieren. Der hierfür entwickelte Klimapfad basiert auf dem Zusammenwirken von energetischen Modernisierungen im Gebäudebestand und der Weiterentwicklung der Wärmeversorgung.
Wesentliche Grundlagen des Klimapfades sind:
- Die ProPotsdam reduziert den Energieverbrauch des Gebäudebestandes durch energetische Modernisierungen und Sanierungen um durchschnittlich 1,5 % pro Jahr.
- Die Stadtwerke erhöhen den Anteil erneuerbarer Energien in der Fernwärmeversorgung um durchschnittlich 3 % pro Jahr.
Die Erreichung der langfristigen Klimaziele hängt daher sowohl von den eigenen Investitionen in den Gebäudebestand als auch von der Entwicklung der Fernwärmeversorgung ab.
Immer im Wachstum
Attraktiv gestaltete Außenanlagen tragen sowohl zur Wohnqualität als auch zur ökologischen Qualität unserer Quartiere bei. Deshalb entwickelt die ProPotsdam ihre Freianlagen unter Berücksichtigung von Artenvielfalt, Klimaanpassung und den Bedürfnissen der Mieterinnen und Mieter weiter.
Die Ausgestaltung der Außenanlagen wurde gemeinsam mit Mieterinnen und Mietern sowie fachlichen Expertinnen und Experten für Biodiversität diskutiert. Ziel ist es, Grünflächen zu schaffen, die das Wohnumfeld aufwerten und gleichzeitig die Anpassung an veränderte klimatische Bedingungen unterstützen.
Zu den wesentlichen Maßnahmen gehören:
- die Ansiedlung heimischer Wildpflanzen zur Förderung standortgerechter Vegetation,
- die klimagerechte und pflegearme Gestaltung von Pflanzflächen,
- die Schaffung von Lebensräumen für Insekten und Kleintiere,
- die Weiterentwicklung der Außenanlagen als Aufenthalts- und Begegnungsorte für die Mieterschaft.
Weitere Informationen zu unserem Außenanlagenkonzept finden Sie im nachfolgenden Downloadbereich.








