Footprints
Potsdam zählt zu den forschungsstärksten Standorten Deutschlands und weist gemessen an der Bevölkerung eine besonders hohe Dichte an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf. Mit dem geplanten Universitätscampus auf dem Brauhausberg und dem Ausbau des Hasso-Plattner-Instituts. in Babelsberg stärkt Potsdam seine internationale Position weiter. Der Verein proWissen Potsdam vernetzt die wissenschaftlichen Einrichtungen der Stadt und macht Forschung für die Öffentlichkeit sichtbar. Formate wie der Potsdamer Tag der Wissenschaften und das Potsdam Lab fördern den Austausch zwischen Wissenschaft, Stadtgesellschaft und Verwaltung. Die EINSVIER hat fünf Frauen nach ihrem Fußabdruck in Potsdam gefragt.
Dr. Simone Leinkauf
Geschäftsführerin des Vereins proWissen Potsdam
Ich habe vor allem als Geschäftsführerin des Vereins proWissen Potsdam den Wissenstransfer vorangebracht, etwa mit der Wissenschaftsetage in der Potsdamer Mitte und Formaten für die Öffentlichkeit. Mein wissenschaftlicher Footprint ist eher vermittelnder und vernetzender Natur als durch eigene Forschung geprägt. Das erste stadtweite Projekt war die Neuschreibung des Potsdamer Toleranzediktes von 1685. Seit 2009 bin ich als Gründungsmitglied auch im Vorstand des Vereins Neues Potsdamer Toleranzedikt und setze mich für ein weltoffenes und tolerantes Potsdam ein.


Prof. Dr. Susanne Buiter
Wissenschaftliche Vorständin des GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung
Das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung hat rund 1.600 Beschäftigte und Gäste aus mehr als 80 Nationen, die in der Region leben. Wir sind Teil der Gesellschaft und gemeinsam tragen wir mit unseren vielfältigen Perspektiven zu besserer Forschung und Fortschritt bei. Die Bedeutung der Wissenschaft zu zeigen, ist mir ein Herzensanliegen. Konkret heißt das: Wir setzen uns am GFZ für Demokratie ein und ich gehe für „Brandenburg zeigt Haltung“ auf die Bühne. Wir stärken Transfer und ich engagiere mich dafür in der Start-up-Factory JUNI. Wir öffnen das GFZ und den Campus für Besuche und ich bringe mich in den Verein proWissen ein.
Dr. Elisabeth Kimmerle
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Leibniz- Zentrum für Zeithistorische Forschung
Seit sechs Jahren forsche ich am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam zu Migrations- und Geschlechtergeschichte. In meiner Dissertation über Migrantinnen aus der Türkei in West-Berlin habe ich gezeigt, wie Frauen politische Räume erkämpften und damit die Einwanderungsgesellschaft der Bundesrepublik mitprägten. Für die Arbeit wurde ich unter anderem mit dem Nachwuchswissenschaftspreis der Stadt Potsdam ausgezeichnet. Mein aktuelles Forschungsprojekt untersucht die Geschichte tödlicher Beziehungsgewalt und schafft eine historische Perspektive auf heutige Debatten über Femizide.


Prof. Dr. Caroline Gutjahr
Direktorin am Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie
Vor gut drei Jahren habe ich begonnen, die Abteilung Wurzelbiologie und Symbiose am Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam aufzubauen. Wir erforschen die Zusammenarbeit zwischen Pflanzen und Pilzen. Im Mittelpunkt stehen die Kommunikation zwischen beiden Organismen, die Besiedlung der Pflanzenwurzel und der Nährstoffaustausch. Weitere Forschungsgruppen in der Abteilung untersuchen außerdem Pflanzenabwehr und Stoffwechsel. Mein wissenschaftlicher Footprint in Potsdam besteht darin, neue Forschungsperspektiven zu schaffen und junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu fördern.
Prof. Dr. Eva Schmitt-Rodermund
Präsidentin der Fachhochschule Potsdam
Die Fachhochschule Potsdam ist mit ihren anwendungsorientierten Studiengängen ein Anziehungspunkt für Studierende aus mehr als 70 Ländern. Mit Angeboten aus Sozial- und Bildungswissenschaften, Architektur, Design, Informationswissenschaften oder Bauingenieurwesen prägt sie die Wissenschaftslandschaft der Stadt entscheidend mit. Besonders wichtig ist uns die Vernetzung der Disziplinen: Gemeinsam arbeiten Lehrende und Studierende an Themen wie nachhaltigem Bauen, Digitalisierung oder Bildung im Umgang mit KI. Mein Footprint in Potsdam liegt darin, diese fachübergreifenden Perspektiven zu fördern und Zukunft gemeinsam zu gestalten.

Hinweis zum Titelfoto
Auf dem Titelfoto dieses Beitrags ist abgebildet: Gazaleh Madani, Gründerin und CEO von CanChip, im Labor. Das Unternehmen entwickelt im Potsdam Science Park innovative Tumor-on-a-Chip-Technologien für die Krebsforschung.